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Klassik-Branche mit Wachstumsraten

Oldtimer: Verlässliche Wertanlagen mit guten Rendite-Aussichten

Essen Motor Show zeigt über 250 Oldtimer, Youngtimer, Newtimer sowie Luxus- und Prestige Cars

Das Sektierer-Eckchen haben Klassik-Enthusiasten schon längst verlassen – sie sind mit ihrem Hobby zur ernstzunehmenden Wirtschaftsmacht geworden. Über 16 Milliarden Euro werden jährlich in der EU im Bereich historischer Fahrzeuge umgesetzt – in Deutschland sind es über 5,5 Milliarden Euro. Mehr als 9.000 EU-Unternehmen erzielen ihre Einnahmen über Dienstleistungen und Produkte im Bereich Oldtimer – in Deutschland sind es fast 2.300 Firmen und Selbstständige. In Deutschland werden jährlich rund 275 Millionen Euro im Bereich Privatverkäufe von Oldtimern umgesetzt. Diese Zahlen belegen, dass das Oldtimer-Hobby längst mehr ist als nur ein Hobby: Klassische Automobile, Liebhaberfahrzeuge und Youngtimer sind zu tragenden Säulen der deutschen Wirtschaft geworden.

Auf der Essen Motor Show werden mehr als 250 Oldtimer, Youngtimer, Newtimer und Luxus- und Prestige Cars den Besuchern präsentiert – und die meisten davon von den rund 120 Klassik-Ausstellern auch zum Kauf angeboten.

Zu den besonders wertvollen Stücken zählen dabei die legendären Kompressor-Mercedes vom Schlage eines Mercedes-Benz S, SS und SSK. Um sie zu kaufen, müssen Sammler hohe siebenstellige Summen investieren. Zu den Highlights zählen auch seltene Ferrari Renn- und Sportwagen wie etwa ein Ferrari 250 SWB oder gar der GTO aus den 1960er-Jahren. Auch seltene Porsche Renn- und Sportwagen finden Klassik-Enthusiasten bei der Essen Motor Show in Halle 1, ebenso wie rare Exemplare der Marken Maserati, Alfa Romeo, Aston Martin, Lamborghini und Bugatti. Auch für diese begehrten Sammler-Automobile sind Liebhaber bereit, hohe sechs- und siebenstellige Beträge auszugeben.

Immer mehr Oldtimer-Fans in Deutschland

Bereits 2007 überschritt die Zahl der über 30 Jahre alten und ständig zum Verkehr zugelassenen Autos erstmals die 300.000er-Schwelle: Am 1. Januar 2007 hat das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg 305.322 dieser Personenwagen registriert. Sie gelten offiziell als Oldtimer und sind berechtigt, das H-Kennzeichen zu tragen.

Noch stärker stieg die Zahl der mindestens 20 Jahre alten Autos an. Dies sind die sogenannten Youngtimer, deren Zahl im Jahr 2007 erstmals die Eine-Million-Grenze überschritt: Genau 1.053.453 Youngtimer zählte das KBA im Januar 2007.

Oldtimer als krisenfeste Wertanlage

Diese Steigerungs- und Wachstumsraten der Oldtimer- und Klassiker-Szene sind stabile Werte – ebenso stabil wie die Oldtimer, die von Wertarbeit, Qualität, Nachhaltigkeit und Verlässlichkeit zeugen. Seit Jahren zeigt die Klassik-Branche stabile Wachstumsraten – teilweise sogar im unteren zweistelligen Bereich. In der Klassiker-Szene sind sie durchgehend auf diesem Niveau. Restaurierer berichten von vollen Auftragsbüchern – die Elite unter ihnen ist teilweise für die nächsten zwei Jahre ausgebucht.

Selbst von der aktuellen Finanzkrise blieb die Oldtimer-Szene hierzulande verschont. Ganz im Gegenteil: Für viele, die sich beruflich mit Oldtimern, Youngtimern, Newtimern und Luxus- und Prestige Cars beschäftigen, bringen alle diese Krisen sogar positive Effekte – in doppelter Hinsicht:

Erste Auswirkung: Wenn Aktien und andere Geldanlagen – wie sogar Immobilien – große Unsicherheiten bergen, wird lieber in Sachwerte investiert, die Wertstabilität oder gar Wertsteigerungspotential bieten. Sammlerfahrzeuge aller Art – und auch Luxus- und Prestige-Automobile – zählen dazu. Das heißt: Die Nachfrage nach Sammlerfahrzeugen steigt. Restaurierer und Klassik-Händler berichten, dass das Interesse an klassischen Automobilen seit Einsetzen der Finanzkrise spürbar zugenommen hat.

Die zweite signifikante Auswirkung der Finanzkrise auf die Klassiker-Szene: Aktien, die auf dem Tiefstand sind, verlocken zum Kauf. Sie bringen einige Oldtimer-Sammler dazu, sich von einigen ihrer wertvollen Stücke zu trennen, um jetzt rasch in Aktien zu investieren. Daher werden zur Zeit Autos angeboten, die sonst von ihren Besitzern zurückgehalten werden.

Das Hobby Oldtimer bietet günstige Einstiegsmöglichkeiten

Vorkriegs-Klassiker der Mittelklasse oder auch Brot- und Butter-Autos der 1950er-, 1960er- und frühen 1970er-Jahre hingegen zeigten sich von starken Preissteigerungsraten eher unberührt. Sie sind gute Empfehlungen für Einsteiger – ebenso wie viele Youngtimer, die teilweise noch zu Schnäppchenpreisen gehandelt werden. Klassiker sind also keineswegs nur etwas für Großverdiener, wie die Zahlen der Oldtimer-Weltorganisation FIVA unterstreichen: 74 Prozent aller Oldtimer in Deutschland haben einen Fahrzeugwert von unter 15.000 Euro, Motorräder sind hierbei inbegriffen. Und 24 Prozent der Fahrzeugeigentümer haben ein jährliches Haushaltseinkommen von unter 30.000 Euro.

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